Gedanken zu Ostern

 Das Kreuz wird ihm zu schwer! Er bricht zusammen. Ein anderer muss es für ihn tragen. Zu zerschunden der Rücken. Zu kraftlos die Arme und Beine. Gestärkt durch den Engel ist er getrost in die letzte Nacht, den letzen Tag gegangen. Doch die Peitsche hat alle Kraft geraubt. Er kann nicht mehr!
Ich?! Ich soll sein Kreuz tragen?!
Wenn sie nur nicht so schrieen!
Warum schreien sie so ...?
Ich hab doch gar nichts mit ihm zu schaffen.
Ich bin hungrig und dreckig und will nur noch nach Hause. Dies ganze Schauspiel geht mich doch nichts an! Nur weil ich vom Feld komm, weil ich meine Familie ernähren muss. Nur weil die Römer an meinen Arbeitsklamotten sehen, dass ich es mit den religiösen Vorschriften nicht so genau nehme. Okay, es ist Passah. Aber wenn das Wetter mitspielt, muss man die Zeit eben nutzen. Die festtagsgekleideten Gaffer würden sie nicht fragen, da könnten sie sich ja die Finger verbrennen.
Was habe ich mit diesem armen Kerl zu schaffen?
- Wenn ich helfe, helfe ich um seinetwillen. -
So wurde der Landsmann Simon aus Kyrene ein Kreuzträger Jesu.
 
Im nachhinein bin ich froh, dass ich diese Kreuzeslast auf mich genommen habe. Irgendwie habe ich mich ja mit schuldig gemacht
an seinem Tod. Ich hätte ja auch „nein“ sagen können. Aber ich durfte erkennen, dass er der Sohn Gottes ist. Der, der Schuld vergeben kann. Auch meine. Und meine Söhne Alexander und Rufus haben ihn auch als Christus erkannt. Ich bin jetzt so glücklich.
Oft wollen wir auch lieber wegsehen. Nur schnell den bequemen Weg nach Hause gehen.
Aber manchmal wird uns eine Last aufgelegt, die wir nicht tragen wollen und mit der wir scheinbar auch gar nichts zu tun haben.
Wegsehen oder zugreifen. Die Entscheidung liegt bei uns.
Mögen wir in den Entscheidungen Gott gehorsam sein. Denn bisweilen lädt er uns Lasten auf, aber er gibt uns auch die Kraft, sie zu tragen.

Gesegnete Ostern

mit freundlicher Genehmigung  dem Gemeindebrief der Gemeinde Gottes in Neustadt/Weinstrasse entnommen.